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12.10.2015

Digitalisierung in der Altenpflege: Studie untersucht Folgen für Patienten und Beschäftigte

Digitalisierung und verstärkter Technikeinsatz spielen auch in sozialen Berufen eine immer größere Rolle. Mögliche Folgen haben Forscher am Beispiel der Altenpflege untersucht. Die von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie zeigt: Das Potenzial der Technik kann Gepflegten und in der Pflege Beschäftigten zugutekommen - aber nur, wenn es nicht zu kostengetriebener Rationalisierung genutzt wird, sondern zu Qualitätsverbesserungen.

 

Die Vorstellung ist gleichermaßen faszinierend wie furchterregend: In Zukunft werden Senioren nicht mehr von Menschen, sondern von Robotern gepflegt. Japanische Firmen haben bereits Maschinen mit starken Armen und großen Kulleraugen entwickelt, die Patienten aus dem Bett heben und in den Rollstuhl setzen können. Vom praktischen Einsatz in Deutschland sind solche Gerätschaften zwar noch weit entfernt, schreiben Dr. Volker Hielscher, Lukas Nock und Dr. Sabine Kirchen-Peters in einer Studie für die Hans-Böckler-Stiftung. Dennoch spielt Technik in der Altenpflege schon heute eine große Rolle und wird den Alltag von Pflegebedürftigen und Pflegekräften in den kommenden Jahren deutlich verändern, erwarten die Wissenschaftler vom Saarbrücker Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso).

Verbesserung der Pflegequalität vs. Ökonomisierungsdruck

Nach den empirischen Studien der Forscher gibt es vor allem vier Anwendungsgebiete für moderne Technologie: Personenlifter, elektronische Akten, GPS-Überwachung von Demenzkranken und intensivmedizinische Apparaturen, die zuhause aufgestellt werden. Die Fallstudien zeigen, so die Forscher, dass vermehrter Technikeinsatz "eine Entlastung der Pflegekräfte und eine Verbesserung der Pflegequalität befördern" kann. Im ungünstigsten Fall kann er aber "unter dem alltäglichen Ökonomisierungsdruck sozialer Dienstleistungsarbeit auch als effizienzfunktionales "Schmiermittel" zu einem "Weiter-so" der Pflege unter widrigen Bedingungen beitragen". Ob das Potenzial neuer Technologien letztlich den Beschäftigten und Gepflegten zugutekommt, hänge von der politischen und betrieblichen Gestaltung ab.

Politische und betriebliche Gestaltung entscheidend

Auf politischer Ebene seien zum Beispiel Finanzierungsfragen zu klären. So seien im Pflegesektor viele kleine und mittelständische Unternehmen mit dünner Kapitaldecke aktiv. Aber auch für größere Einrichtungen würden etwa Investitionen in komplexe EDV-Systeme eine erhebliche Belastung darstellen.

Auf betrieblicher Ebene halten es die Wissenschaftler für entscheidend, dass die Technik nutzerfreundlich, an die Bedürfnisse der Beschäftigten angepasst und wirklich in den Arbeitsalltag integrierbar ist. Wenn die eigentliche Arbeit am Patienten aus Sicht des Personals nur gestört wird, weil ständig irgendwelche Daten in die virtuelle Pflegeakte eingetragen werden müssen, sei nichts gewonnen. Außerdem ermögliche eine präzisere Dokumentation automatisch eine genauere Überwachung der Mitarbeiter; hier bestehe Regelungsbedarf.

(Hans-Böckler-Stiftung / STB Web)