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29.09.2015

Arzneiverordnungs-Report 2015 veröffentlicht

Die Ausgaben für Arzneimittel in Deutschland haben einen neuen Höchststand erreicht. Dies belegt der jährlich bei Springer erscheinende Arzneiverordnungs-Report, der am 23.09.2015 vorgestellt wurde. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Arzneimittelausgaben 2014 um 3,3 Milliarden Euro auf 35,4 Milliarden Euro gestiegen, was einem Plus von 10,3 Prozent entspricht.

 

Für die Ausgabendynamik führen die Herausgeber vor allem zwei Faktoren an: die gesetzliche Absenkung des Herstellerabschlags von 16 auf sieben Prozent und eine starke Verteuerung der Therapie mit patentgeschützten Arzneimitteln. So sei es im Markt der patentgeschützten Fertigarzneimittel zu einem starken Ausgabenanstieg um 15,1 Prozent gekommen. Große Bedeutung für die Marktdynamik im patentgeschützten Markt habe die Hochpreispolitik bei vielen neuen patentgeschützten Produkten. Arzneimittel wie die neuartigen Hepatitis-C-Präparate und moderne Krebsmittel würden die Ausgabenentwicklung vorantreiben. So kostete die durchschnittliche patentgeschützte Verordnung die gesetzliche Krankenversicherung rund 25 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zwar sehen die Herausgeber auch wirksame Kostenbremsen. So beziffern sie die Rabatterlöse im Generikabereich für 2014 auf insgesamt 3,2 Milliarden Euro. Und im Bereich der patentgeschützten Arzneimittel seien durch die AMNOG-Regelungen, also die frühe Nutzenbewertung sowie Erstattungspreisverhandlungen, 443 Millionen Euro eingespart worden. Trotzdem boome der Pharmamarkt und führe mit der neuen Preispolitik im Patentmarkt die Solidargemeinschaft der gesetzlichen Krankenversicherung langfristig an ihre finanzielle Grenze.

Weiterführende Informationen zum Arzneiverordnungs-Report bietet die Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO) auf seiner Website.

(AOK / STB Web)