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08.11.2014

Hausärzte auf dem Land: Existenzgründungen im Aufwind

Der Anteil der Existenzgründungen in ländlichen Regionen hat sich innerhalb von zwei Jahren annähernd verdoppelt. Das geht aus der Existenzgründungsanalyse für Hausärzte hervor, die die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) mit dem Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) durchgeführt hat.

 

Eine Existenzgründung auf dem Land ziehen wieder mehr Hausärzte in Betracht: 2012/2013 ließ sich mehr als jeder Zehnte (11,5 Prozent) in einer Region mit weniger als 5.000 Einwohnern nieder. Damit hat sich der Wert seit 2010/2011 nahezu verdoppelt. "Die Zahlen zeigen, dass die Politik mit der Aufhebung der Residenzpflicht 2012 einen Schritt in die richtige Richtung unternommen hat", erklärt Georg Heßbrügge, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der apoBank. Dessen ungeachtet bleibt die Versorgungssituation in ländlichen Regionen problematisch.

Einzelpraxis als Kooperationsmodell

Auch die Einzelpraxis erfährt neuen Zuspruch. Hierfür entscheidet sich mittlerweile wieder mehr als jeder zweite Existenzgründer (57,9 Prozent). Dennoch bedeutet dies keine Abkehr vom Trend zur Kooperation, wie Heßbrügge betont: "Viele Hausärzte in Einzelpraxis planen, mittelfristig einen Kollegen anzustellen. Auch hier wird also eine Art der Kooperation angestrebt." Eine klassische Kooperation gehen 42,1 Prozent der Existenzgründer ein.

Durchschnittliches Investitionsvolumen liegt bei 109.000 Euro

Die Investitionen für eine hausärztliche Praxis bewegen sich je nach Praxisart zwischen 92.000 und 115.000 Euro. Das durchschnittliche Investitionsvolumen beträgt 109.000 Euro. Die höchsten Investitionen fallen mit 115.000 Euro für die Übernahme einer Einzelpraxis an. 67 Prozent der Investitionen (77.000 Euro) entfallen auf den Übernahmepreis und werden an den Praxisabgeber gezahlt. Die Neugründung einer Einzelpraxis ist mit 92.000 Euro die am wenigsten investitionsintensive Form der Existenzgründung.

Männer besonders investitionsfreudig

Männer investieren deutlich offensiver als Frauen. Das durchschnittliche Volumen liegt bei 123.000 Euro. Das sind 29,5 Prozent mehr als Hausärztinnen einplanen. Der Frauenanteil unter den Existenzgründern beläuft sich immerhin auf 51,2 Prozent. Doch auch das Alter beeinflusst das Investitionsverhalten. So wenden Existenzgründer, die 40 Jahre und jünger sind, im Schnitt 118.000 Euro auf. Hausärzte, die zwischen 41 und 45 Jahren alt sind, investieren 106.000 Euro; die Altersgruppe 45+ 98.000 Euro.

Niederlassung erfolgt zunehmend später

Der Großteil der Hausärzte macht sich bis zum 41. Lebensjahr selbstständig (42 Prozent). Etwas mehr als jeder Vierte entscheidet sich zwischen 41 und 45 Jahren für den Schritt in die Selbstständigkeit (27,7 Prozent). Etwa jeder dritte Existenzgründer ist älter als 45 Jahre (30,3 Prozent). Das Durchschnittsalter beträgt 42 Jahre.

(apoBank / STB Web)