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17.06.2014

Allgemeinmedizinerin haftet nicht für eine beim Kniegelenk nach Punktion und Injektion aufgetretene Infektion

Einem Patienten, der aufgrund einer Infektion seines Kniegelenks mehrfach operiert werden musste, steht kein Schadensersatzanspruch gegen die das Kniegelenk mit einer Punktion und Injektion erstbehandelnde Allgemeinmedizinerin zu, weil nicht festgestellt werden kann, dass die Infektion auf die Behandlung zurückzuführen ist.

Der Kläger suchte die beklagte Allgemeinmedizinerin auf, um sein nach einem Sturz schmerzhaftes und in der Bewegung eingeschränktes Kniegelenk behandeln zu lassen. Die Ärztin punktierte den Schleimbeutel, entnahm seröse Flüssigkeit und injizierte zwei Medikamente. Drei Tage später stellte ein Orthopäde eine Entzündung im Bereich des Kniegelenks fest, einige Wochen später wurde ein Befall mit Citrobacter-Bakterien diagnostiziert. Der Kläger musste in der Folgezeit mehrfach operativ behandelt werden. Von der Beklagten hat er 10.000 Euro Schmerzensgeld mit der Begründung verlangt, sie habe ihn fehlerhaft, u. a. ohne die gebotene Hygiene, und ohne hinreichende Aufklärung behandelt.

Das Klagebegehren ist allerdings erfolglos geblieben. Nach dem Einholen eines medizinischen Sachverständigengutachtens konnte das Oberlandesgericht (OLG) Hamm mit Urteil vom 11.04.2014 (Az. 26 U 166/13) nicht feststellen, dass die vom Kläger erlittene Infektion auf die Behandlung der Beklagten, insbesondere die Punktion oder eine unzureichende Aufklärung über die Behandlung zurückzuführen war. Zum Zeitpunkt der Behandlung durch die Beklagte habe beim Kläger schon eine Schleimbeutelentzündung vorgelegen, auch durch den vorherigen Sturz auf das Knie hätten Bakterien eindringen können. Nach den Feststellungen des Sachverständigen könne die Infektion auch auf diese Umstände zurückzuführen sein.

Im Hinblick auf die gebotene Hygiene komme ein Behandlungsfehler in Betracht, wenn die Beklagte mehrfach mit derselben Nadel zugestochen hätte. Dafür gebe es aber keine Nachweise. Wenn sie ihrer Darstellung entsprechend lediglich einmal mit einer Kanüle zugestochen und über diese dann auch die Medikamente zugeführt habe, sei sie richtig vorgegangen. Die hiervon abweichende Darstellung des Klägers, nach welcher er mehrfach und von verschiedenen Seiten aus gespritzt worden sei, sei nicht nachvollziehbar und auch nicht glaubhaft vorgetragen.


(OLG Hamm / STB Web)