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30.04.2014

15.000 Euro Schmerzensgeld nach fehlerhafter augenärztlicher Behandlung

Augenärzte schulden einem Patienten 15.000 Euro Schmerzensgeld, nachdem sie eine Netzhautablösung zu spät erkannt und den Patienten nicht frühzeitig an einen Augenchirurgen überweisen haben.

 

Ein 58 Jahre alter Mann stellte beim Joggen fest, dass er auf dem rechten Auge nicht mehr richtig sehen konnte. Am nächsten Tag begab er sich in die Behandlung bei einer Augenärztin, die zunächst als Urlaubsvertreterin des ebenfalls beklagten Augenarztes tätig wurde. Sie stellte ein Netzhautloch und eine Glaskörperblutung fest und behandelte den Mann mit einer Laserkoagulation. Eine Ultraschalluntersuchung nahm sie nicht vor. Die Behandlung wurde innerhalb von zwei Wichen zweimal wiederholt. In der Folgezeit kam es zu einer Netzhautablösung, die vier Wochen nach der ersten Behandlung in einer Augenklinik durch eine Glaskörper-Operationen behandelt wurde. Eine Verbesserung der Sehkraft trat dadurch jedoch nicht mehr ein. Die Sehkraft auf dem rechten Auge ist dauerhaft um 90 % reduziert, weshalb der Mann 20.000 Euro Schmerzensgeld forderte.

Grob fehlerhafte Behandlung

Vor dem Oberlandesgericht Hamm hatte der Mann überwiegend Erfolg (Urteil vom 21.02.2014, Az. 26 U 28/13). Die Richter bestätigten ein Schmerzensgeld in Höhe von 15.000 Euro. Auf der Grundlage des medizinischen Sachverständigengutachtens stehe fest, so der Senat, dass die nach 10 Tagen wiederholte Behandlung mit einer Laserkoagulation nicht mehr indiziert gewesen sei. Vielmehr habe der Mann spätestens zu diesem Zeitpunkt zum Zwecke eines operativen Eingriffs an einen Augenchirurgen überwiesen werden müssen. Zudem habe bereits die Ärztin die tatsächliche Situation der Netzhaut unzureichend untersucht, indem sie Ultraschalluntersuchungen unterlassen hatte. Auch der Arzt habe dies versäumt, als er die Behandlung fortgesetzt habe.

(OLG Hamm / STB Web)