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09.12.2013

Zur Arzthaftung bei Brustkrebs

Das Oberlandesgericht Hamm hatte sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob ein Frauenarzt die schwerwiegende Brustkrebserkrankung einer 40-jährigen Frau zu spät erkannt und behandelt hat.

 

Eine Patientin hatte im Jahr 2007 zwei Untersuchungen bei ihrem Frauenarzt durchführen lassen. Bei einer Untersuchung erhob der Arzt auf ihren ausdrücklichen Wunsch neben einem Tast- auch einen Sonografiebefund, bei dem er keine Auffälligkeiten feststellte. Beim Folgetermin 2008 wies die Patientin den Arzt auf eine tastbare Brustverhärtung hin, die sich als Mammakarzinom mit Lymphknotenmetastasen herausstellte und operativ entfernt werden musste. Die Frau verlor eine Brust, musste sich zudem einer Chemotherapie und Bestrahlungen unterziehen. Mit der Begründung, dass der Arzt in Kenntnis der familiären Vorbelastung ihren Brustkrebs zu spät erkannt habe, sodass dieser zu spät behandelt worden sei, verlangte die Frau Schadensersatz.

Probleme bei der Nachweisbarkeit

Das Oberlandesgericht Hamm wies die Klage mit Urteil vom 17.09.2013 (Az. 26 U 88/12) ab. Eine fehlerhafte Beurteilung sei nicht nachweisbar. Aus dem im März 2008 erhobenen Tastbefund sei nicht zu schließen, dass ein tastbarer Tumor bereits bei der vorhergehenden Untersuchung vorhanden gewesen sei. Dem Arzt könne auch nicht vorgeworfen werden, dass er 2007 keine weiteren Befunde erhoben und nicht zur Durchführung einer Mammografie geraten habe. Auch unter Berücksichtigung einer familiären Vorbelastung sei die Frau keine Risikopatientin gewesen, bei der weitere Untersuchungen notwendig gewesen seien. Feststellbar sei zudem nicht, dass der Arzt die Sonografie fehlerhaft durchgeführt habe. Unabhängig davon sei auch nicht beweisen, dass der Krankheitsverlauf weniger gravierend verlaufen wäre, wenn eine Brustkrebserkrankung früher diagnostiziert worden wäre.

(OLG Hamm / STB Web)