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04.11.2013

Häufigkeit von Knie-OPs: Große regionale Unterschiede

In wohlhabenden Landkreisen erhalten bis zu dreimal mehr Patienten ein künstliches Kniegelenk als in weniger wohlhabenden Regionen. Somit haben auch sozioökonomische Faktoren Einfluss auf die OP-Häufigkeit.

 

Die Wahrscheinlichkeit, ein künstliches Kniegelenk zu erhalten, hängt vom Wohnort ab. Der aktuelle Faktencheck Gesundheit der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass bei Patienten in Bayern erheblich häufiger Erst-Implantationen von künstlichen Kniegelenken vorgenommen werden als bei Patienten im Nordosten Deutschlands. Im bundesweiten Durchschnitt werden jährlich 130 pro 100.000 Einwohner ein neues Kniegelenk eingesetzt. Die Häufigkeit dieser Operationen unterscheidet sich jedoch von Region zu Region erheblich. Im Jahr 2011 haben im bayerischen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim 214 pro 100.000 Einwohner ein künstliches Kniegelenk erhalten. Der Anteil ist damit rund dreimal so hoch wie im brandenburgischen Frankfurt/Oder, wo auf 100.000 Einwohner lediglich 73 Kniegelenkersatz-OP kamen. In wohlhabenden Gegenden wird damit häufiger am Knie operiert, obwohl die Menschen in solchen Regionen tendenziell seltener an Arthrose leiden.

Ähnliche Häufigkeit bei Folgeeingriffen

Dass der Spitzenreiter unter den Landkreisen aus Bayern und das Schlusslicht aus dem Nordosten kommt, ist kein Zufall: In Bayern, Hessen, Thüringen und Teilen Niedersachsens ist die Häufigkeit von Kniegelenksoperationen generell deutlich höher als in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg. Noch deutlicher unterscheidet sich die Häufigkeit von Folgeeingriffen am operierten Knie, etwa aufgrund erneuter Schmerzen oder für einen Prothesenwechsel. Diese Operationen kommen in manchen Landkreisen fünfmal öfter vor als in anderen. "Welches Versorgungsniveau angemessen ist, können wir nicht sagen - dafür fehlen verbindliche Leitlinien für dieses Behandlungsgebiet", sagte Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung. "Es ist aber offensichtlich, dass nichtmedizinische Faktoren die Versorgung beeinflussen. Ärztliche Leitlinien könnten hier Abhilfe schaffen."

(Bertelsmann Stiftung / STB Web)